BEST OF KAUFLEUTE PREGARTEN | STEPHANIE SENGE EINLADUNG ZUR ERÖFFNUNG des Skulpturenpark der Stadt Pregarten
und der Ausstellung "Best of" der Kaufleute Pregarten
am Samstag, 3. Juli 2010 I 18.00 Uhr I Stadtplatz Pregarten
(bei Schlechtwetter in der Bruckmühle)
Eine Kunstsammlung, aber auch Gegenstände oder Natural
ien, wie am Beispiel des Skulpturenparks der Kaufleute der Stadt Pregarten zu sehen, sind immer auch materielles und immaterielles Erbe unserer Kultur. Wir bewahren Dinge, positionieren sie neu oder stellen sie aus in der Stadtgalerie, in den Geschäften der Stadt Pregarten. Unterschiedliche Funktionen kommen damit der Galerie, den Geschäften, dem öffentlichen Raum zu: Als Beleg für menschliches Denken und Handeln, als Zeugnis für Innovation und Kulturentwicklung, aber auch als Spuren von Gebrauchskontexten, in den Bedeutungsdimensionen von Symbolen und Werten, oder es wird vom „Kunstwerk” ans sich gesprochen.
Wir Menschen sind täglich von tausenden von Dingen umgeben. Meistens sind sie uns so nahe, dass wir uns daran gewöhnt haben. Erst wenn die „alltäglichen Dinge” nicht so funktionieren wie sie sollen, fallen sie uns auf. Diesem Phänomen geht die Münchner Künstlerin Stephanie Senge seit längerer Zeit nach und es entstanden Konzepte, um den „alltäglichen Dingen” zu einer neuen Sehenswürdigkeit zu verhelfen. Für sie sind die Produkte und Gegenstände Träger von Bedeutungen und die „realen Dinge” finden dadurch Eingang in die bildende Kunst.
Auf irgendeine Weise sind uns die Geschäfte mit ihren „alltäglichen Dingen” fremd geworden und funktionieren nicht mehr so selbstverständlich wie früher. Deshalb treten im Kunstsommer 2010 Produkte und Gegenstände der Kaufleute der Stadt Pregarten neu in unser Blickfeld, werden anders zur Schau gestellt, erregen unsere Aufmerksamkeit.
Die Künstlerin Stephanie Senge besuchte im Zeitraum zwischen März und Juni 2010 die Kaufleute der Stadt Pregarten, sammelte alltägliche Gegenstände, um sie dann nach Prinzipien auszuwählen und im Rahmen eines Ikebana Workshops zu bearbeiten und anzuordnen. Sie verwendet Ikebana als eine ästhetische Strategie der Wertschätzung, die sich auf die Frage nach der Herkunft und den Produktionsbedingungen der verwendeten Gegenstände hin entwickelt. Erlernt hat sie diese Kunst in Japan während eines halbjährigen Aufenthalts. Wer in Japan Ikebana lernt, entscheidet sich im Allgemeinen für ein lebenslanges Studium, um sich die Prinzipien mehr und mehr anzueignen. Anstatt Blumen setzt Stephanie Senge ausschließlich Produkte ein. Es geht um das Entdecken und Untersuchen all dessen, was die verschiedenen Kunstprojekte, was die einzelnen Ikebana Skulpturen der Kaufleute, die Dokumentation des Fotokünstlers Kurt Hörbst, die Ausstellung der Künstlerin Stephanie Senge ausmachen und wie die einzelnen Skulpturen und Kunstwerke mit uns in Beziehung stehen.
Ikebana Formen basieren auf den Linien shin, soe und tai, die Himmel, Erde und Menschheit symbolisieren. Also laden wir Sie herzlich ein, den „Linien” nachzugehen, die über den Stadtplatz in die Geschäfte, durch die Tragweinerstraße bis in die Bruckmühle führen, wo sie ein sorgfältig arrangiertes Gesamtkonzept zahlreicher Mitwirkender und der Kaufleute Pregartens erwartet.
 
Bildergalerie: Ikebana I Workshop
SKULPTUREN PARK DER STADT PREGARTEN
IKEBANA PERFORMANCE
ÜBER DIE WERTSCHÄTZUNG
Ein Kunstprojekt der Bruckmühle mit der
Künstlerin Stephanie Senge aus München
Ikebana Skulpturen der KAUFLEUTE DER STADT PREGARTEN
Termine:
08.03.2010 Ikebana Performance
21.04.2010 Besprechung mit den Kaufleuten
29.05.2010 Ikebana Workshop
03.07.2010 Vernissage Stephanie Senge
Eröffnung des Skulpturenparks der KAUFLEUTE
Die Künstlerin hat am 8. März 2010 im Rahmen einer öffentlichen Performance in der Bruckmühle mit Hilfe persönlicher Gegenstände bzw. ”Dingen” der TeilnehmerInnen in der Kunstform des Ikebanas eine Skulptur gestaltet. Den Prozess dokumentiert hat Fotokünstler Kurt Hörbst und die Bilderserie wird im Kunstsommer in der Stadtgalerie ausgestellt.
„Ikebana” ist eine Blumensteckkunst, die ursprünglich aus China kommt und in Japan entwickelt wurde. Stephanie Senge verwendet Ikebana als Wertschätzungsstrategie. Anstatt Blumen setzt die Künstlerin nur Produkte ein. Ikebana beschreibt den Herzensweg, von einem Selbst zu den Dingen und wieder zurück. Die Künstlerin verwendet Ikebana als eine ästhetische Strategie der Wertschätzung, die sich auf die Frage nach der Herkunft und den Produktionsbedingungen der verwendeten Gegenstände hin entwickelt.
Projektbeschreibung:
Die Künstlerin Stephanie Senge hat bei Ihrem dreitägigen Aufenthalt die Forschungsarbeit im März aufgenommen, dabei einzelne Geschäfte aufgesucht, eingekauft, sowie die Tragweinerstraße fotografisch dokumentiert. In einem weiteren Arbeitsschritt wird sie sich nun mit der Geschäftsleitung der Kaufmannschaft der Tragweinerstraße, also mit den Menschen sowie mit den angebotenen Waren ausführlich auseinandersetzten. Im Sinne der japanischen Ikebanatradition wird sie die Kaufleute der Stadt Pregarten als ihre Ikebana Schülerinnnen und Schüler behandeln und Ihnen behutsam und authentisch die Kunsttechnik sowie die Wertschätzung, die dem Ikebana zu Grunde liegt, vermitteln. Für jeden Laden werden im gemeinsamen Prozess 3 bis 6 Gegenstände ausgewählt. Geplant ist ein Ikebana Workshop am 8. Mai 2010, wo die Künstlerin den Kaufleuten hilfreich beiseite stehen wird, wenn die Kaufmannschaft unter ihrer Anleitung ein eigenes Ikebana Objekt baut. Die entstehenden Skulpturen werden fotografiert und im Sinne des Skulpturenparks wird in jedem Geschäft das Original oder eine Fotografie individuell präsentiert und ausgestellt.
Zur Information der „Konsumentinnen und Konsumenten” und natürlich für alle Kunstinteressierten werden Folder mit Beschreibungen zum Konzept, zu den Skulpturen und den Geschäften aufgelegt.
Mit diesem Kunstprojekt wird die Diskussion über die „Wertschätzung” der Dinge und Produktionen, über den Wert der Handelswaren einer Gesellschaft nicht nur angeregt, sondern auch die Qualität der Kaufmannschaft einer Kleinstadt, eines Kulturraums illustriert und neu positioniert.
Eine Plakatserie wird vorbereitet, wo die fotografierten Ikebana Objekte mit dem Logo, dem Namen und Adresse des jeweiligen Geschäftes versehen sind und als Kunstedition sowie als Werbeplakat, die während des Kunstsommers ausgestellt sind, verwendet werden.  Parallel dazu lautet ein weiteres Ausstellungsprojekt der Stadtgalerie
„BEST OF KAUFLEUTE PREGARTEN”
und
"HIER ZÄHLT DAS WIR"
Wie man es aus den meisten Städten kennt, müssen familiengeführte Einzelhändler oft kapitulieren, und den großen Ketten und Malls weichen. In der Stadt Pregarten ist dies nicht der Fall, und dieses glückliche Phänomen gilt es gebührend zu würdigen. Nach dem ein Geschäft schließt kommt meist als Übergang ein „1 Euro Shop” her. Daher wollen wir das leerstehende Geschäft ganz bewusst anders nützen. Alle KAUFLEUTE werden im gemeinsamen Gespräch mit den Organisatoren ein „Best of” Produkt bestimmen. Dann wird in einem passenden Objektrahmen jedes einzelne Produkt samt Text in der Galerie ausgestellt.
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