
Auf die Bedeutung der Sprache bzw. des Wortes einzugehen, d.h. etwas über konzeptuelle Kunst zu argumentieren. Jedenfalls rückt in der Kultursaison 2010 diese Perspektive in den Mittelpunkt kuratierter Ausstellungen.
Worum geht es bei Josef Bauer?
Geht es um die Position der Sprache oder um die
bildende Kunst?
Geht es um das Verhältnis zwischen Kunst und Literatur?
Oder geht es vor allem um Kunst, die sich des Mediums der Sprache bedient?
Gottfried Willems spricht in seinem Aufsatz von drei Typen der Verbindung zwischen Kunst und Literatur als Gegenstand einer Theorie der Wort-Bild-Beziehung:
Das illustrierte Buch, dem Emblem, die Wort-Bild-Collage, und der Film.
Weiter ist der Literaturwissenschaftler Ulrich Weisstein zu nennen, der 1992 in dem Band „Literatur und bildende Kunst” eine Liste von fünfzehn Kategorien aufstellt, in denen Literatur und Kunst zusammenfinden.
Was allerdings nicht zur Sprache kommt ist, so der Autor Andreas Hapkemeyer (in: Katalogs „Language in Art”), die „Optische/Visuelle Poesie” wie sie auch im Zusammenhang des Werkes von Josef Bauer sichtbar wird.
Joesf Bauer zählt zu jenen Künstler-Theoretikern, die sich seit den Sechzigerjahren in ihren Texten und künstlerischen Arbeiten mit den Zusammenhängen zwischen visueller und sprachlicher Bedeutungsproduktion befassen. Seine Arbeiten zielen darauf ab,
Worte, Begriffe und Sätze so auf Papier, Leinwand und Wandflächen zu setzen, dass ihre Bedeutung auch in ihrer kompositionelle Anordnung zum Ausdruck kommt.
Bei Bauer werden vor allem Worte des Seins, des Werdens und Vergehens in dynamisierten Buchstaben- und Wortfolgen auf farblichen Hintergrund abgebildet. Ortsbestimmungen werden durch entsprechende Positionierungen auf dem Bildfeld visualisiert, Geometrien ebenso wie Farben durch tautologische oder aber auch durch widersprüchliche Sprach- und Zeichenentsprechungen dargestellt.
Bauers Arbeiten ließen sich auch als visuelle Fixierungen von Sprache umschreiben.
Kurator Roman Scheuchenegger